Beispiel Übung Korrektur/Bestätigung

Heute hab ich ein Youtube-Video für euch in dem ich zwei Trainingseinheiten mit Rio zum Thema „Zu“ aus einer frontalen Position mit Blick auf meine Korrekturen und Bestätigungen kommentiert habe.

Da es eigentlich nicht geplant war die 1. Einheit für dieses Video zu nutzen ist die Perspektive etwas schlecht, aber es ging darum das Rio aus einer zentralen Position vor der Hürde rechts rum hinter die Hürde kommen sollte. Aus einer zentralen Position lag seine Quote sowohl rechts wie links rum bisher bei 1- 10 so dass wir das dringend gezielt Üben mussten.

Die Idee mal meine Einheiten mit Blick auf das was ich als „Trainer“ meines Hundes da so mache zu analysieren und zu erklären warum ich was wie mache, ist mir aus zwei Gründen gekommen.

1. Sehe ich täglich in meinen Kursen und auch Trainingsgruppen das aus meiner Sicht genau beim richtigen korregieren und bestätigen soviel schief geht, das der Hund oft gar keine Chance hat zu verstehen was gewollt ist bzw. ihm unbewusst Steine in den Weg gelegt werden. Das ist sehr schade denn das das so ist liegt aus meiner Sicht nur daran das man sich dessen garnicht bewusst ist und dementsprechend grade in Parcourssituationen garnicht darauf achtet.

2. Das erlernen von Skills die man als Trainer seines eigenen Hundes haben muss bzw. haben sollte kommt aus meiner Sicht im Agility viel zu kurz und auch das ist so schade, denn grade wann ich wie an bestätige ist der Schlüssel zu allem. Wenn ich das drauf hab und in der Lage bin das an den jeweiligen Hund/Situation anzupassen, kann ich jedem Hund alles beibringen. Ich gehe sogar soweit das das einer der Unterschiede zwischen erfolgreichen Teams und nicht so erfolgreichen Teams ist. Alles erfolgreichen Läufer bei dennen ich bisher Seminare gemacht habe sind einfach auch gute Hundetrainer.

Aus diesen beiden Gründen gibt es bei mir auch die Kategorie Trainer2go, auch wenn diese Themen auf den ersten Blick nicht so „sexy“ sind wie z.B Runnings oder Sprungreihen.

Kommen wir also jetzt zu dem Video und den 3 Fragen die ich gestern auf den Sozialen Medien einfach mal in die Runde geschickt hatte.

Die drei Fragen bzw. die Antworten möchte ich dafür nutzen auf drei Dinge hinzuweißen bzw. die ich immer wieder beobachte und die aus meiner Sicht eher kontraproduktiv sind.

Fr   1. Frage zu 1. Einheit Versuch 4 : Warum hab ich hier verbal bestätigt obwohl er links rum ins zu gekommen ist , ich aber rechtsrum angezeigt hab ?

Für mich ist es zwar wichtig das man wenn man etwas gezielt trainiert, ein Ziel vor Augen hat was man erreichen möchte, aber man darf dabei nie den Hund vergessen. Der Hund hat die Anleitung der Übung nicht gelesen und wenn er schon könnte was wir in der Einheit von ihm wollen dann müssten wir es ja nicht üben. Für den Hund sind Einheiten in den er etwas lernen soll , insbesondere wenn es etwas ist bei dem er Fehler macht, eine große geistige Anstrengung. Deswegen sollte man wenn der Hund eine Idee hat bzw. eine Veränderung seinen Verhalten in die richtige Richtung zeigt dieses immer bestätigen. Natürlich sollte man das nicht mit der höchsten Bestätigung (Jackpot) bestätigen aber man sollte dem Hund zu mindestens den Input geben das er auf dem richtigen Weg ist. Viel zu oft sehe ich das der Hund wenn er etwas anderes anbietet als sein Ursprunggedanken auch dafür verbal stark korrigieren wird. Das ist deshalb fatal weil der Hund das ausprobieren zum lernen braucht und wenn wir ihm das leidig machen wird er entweder nichts mehr anbieten oder irgendwann abschalten und sein Ding durchziehen.

2. Frage zu 1. Einheit Versuch 6 : Warum habe ich nicht verbal korrigiert sondern nur nicht bestätigt ?

Spätestens nachdem der Hund eine Sache einmal richtig gemacht hat und dann wieder falsch platz vielen Hundeführer die Hut-Schnur. An der Stelle muss man bedenken das Hunde immer dazu neigen sich abzusichern bzw. versuchen noch eine höhere Bestätigung zu erreichen. Hunde sind keine Roboter die eine Handlung hundert mal für hundertmal die gleiche Bestätigung abrufen, das ist wieder ihrer Natur. Deswegen ist es ganz normal das der Hund, auch einem Jackpot nochmal etwas anderes anbietet. Was dann nicht passieren darf ist das der Hund dann nochmal 3-4 Mal das „falsche“ anbietet. Deshalb würde ich wenn Rio an der Stelle nochmal das falsche angeboten hätte, eine starke verbale Korrektur setzen. Rio neigt da dazu etwas stupf zu sein bzw. Agi an sich macht ihm genügend Spaß das er da manchmal nicht sehr kooperativ ist . Grundsätzlich sind die Abfolgen und auch die Art der Korrektur/Bestätigung aber an den Hund anzupassen. Es gibt Hunde , mein Nuki ist z.B ein solcher , bei dennen kommt es sehr selten zu einer starken verbalen Korrektur weil Sie zum einen viel stärker auf nicht bestätigen reagieren oder ich ihnen mehr Versuche lasse weil Sie unsicherer sind.

3.  Frage zu  2. Einheit Versuch 7 : Warum gab es keinen Jackpot ?

Gerade an den Sprüngen kann man oft nicht nur das was der Hund nicht kann ( in dem Fall das hinter die Hürde kommen) sondern man hat immer noch mindesten eine Sprungtechnik dabei die man zwangläufig mit übt. Bei Hunden die dazu neigen Stangen zu schmeißen, würde ich solche Einheiten deshalb auch immer komplett ohne Stange machen. Da Rio aber wenig bis gar keine Stangen schmeißt lasse ich die Stange drin bin mir aber bewusst das ich dennoch auf das Springen achten muss. An der Stelle beobachte ich dann immer wieder das entweder das Springen garnicht oder viel zu doll korrigiert wird. Rio hat an der Stelle keinen Jackpot bekommen weil er die Stange berührt hat, trotzdem Bestätigt wurde er weil er das Kommando umgesetzt hat und die Stange nicht gefallen ist. Wäre Sie gefallen hätte ich mit einer Korrektur durch nicht bestätigen gearbeitet. Eine Korrektur der Berührung insbesondere eine harte verbale wäre an der Stelle mit Blick auf das hinter die Hürde kommen viel zu früh gewesen. Bei einem Hund der dazu neigt Stangen zu schmeißen hätte ich evtl. schon bei der Berührung durch nicht Bestätigen korrigiert, aber niemals mit einer starken verbalen Korrektur . Denn wenn der Hund diesen Sprung aus der Startposition ohne meine Bewegung nicht ohne Stangenfehler lösen kann, dann brauch er Sprungtraining und keine verbale Korrekturen.

An der Stelle ist es mir wichtig abschließend zu sagen das es nicht darum geht das ihr meine Abfolgen von Bestätigungen/Korrekturen oder meine Kriterien übernehmt, sondern es geht mehr darum das ihr einfach mal reflektiert wie ihr Bestätigt/Korrigiert und schaut ob das wirklich so sinnvoll ist. Ich bin wirklich niemand der mit Wattebäuchen wirft oder sagt ein Hund darf niemals verbal korrigiert werden und die Hunde sollen auch mal merken das irgendwas nicht gut war, aber es kommt auf das Maß und vor allem das Timing an.

 

 

Add comment

   


Security code
Refresh